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Kooperationsveranstaltungen

2. Halbjahr 2020

Literatur als Widerstandskraft

Ab Oktober finden bis Juni 2021  jeweils montags von 19.00 – 20.30 Uhr in Kooperation mit der VHS insgesamt sieben Lesungen in der  Erlöserkirche, Friedrichstr. 10, statt.

Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltungen sind zwei- oder mehrsprachig, die Gespräche mit dem Publikum im Rahmen der Lesungen und der  Impulsvorträge werden moderiert von Georg. D. Schaaf (ArDeLitund/ oder Geert Franzenburg (efm)

Montag-Termine:

05. 10.2020: türkisch-deutsche Lesung mit ArDeLit und Gast

02. 11.2020: sorbisch-deutsche Lesung mit ArDeLit und Gast: Benedikt Dyrlich (Bautzen) 

08. 02.2021: arabisch-deutsche Lesung zu Pakistan mit ArDeLit und Gast

01. 03.2021: arabisch-deutsche Lesung zu Libyen, mit ArDeLit und Gast 

19. 04.2021: Malinké-französisch-deutsche Lesung und Gespräch mit dem efm zu Ahmadou Kourouma, Elfenbeinküste, Visionär Afrikas: „Mit spitzer Feder gegen Diktatoren“, Gast: Dr. M. Moustapha Diallo (Wadersloh)

17. 05.2021: Mboka-Talk-französisch-deutsche Lesung und Gespräch mit dem efm zu Lapiro De Mbanga, Kamerun, Visionär Afrikas: „Musik als Waffe“, Gast: Dr. Florentin Saha Kamta (Köln)

07. 06.2021: berberisch-deutsche Lesung mit ArDeLit + Gästen zur Berbersprache: Prof. Dr. Maarten G. Kossmann, Khalid Mourigh (Leiden)

 

 

1. Halbjahr 2020

Mittwochsgespräche in der Villa ten Hompel

Vortrags- und Diskussionsreihe

Bei der Vortrags- und Diskussionsreihe „Mittwochsgespräche“ steht im ersten Halbjahr 2020 das Thema „1945 und wir“ im Fokus. Hochkarätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentieren ihre neuesten Forschungen und Werke. Im Anschluss an den jeweiligen Vortrag ist eine Diskussion ausdrücklich erwünscht! Aus besonderem Anlass  dem 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz – beteiligen wir uns an der einzigartigen Ausstellung aus den USA.

www.villatenhompel.de

(v. li): Dr. Christoph Spieker, Ursula Brenken, Dr. Geert Franzenburg, Thomas Köhler, Andreas Determann, Prof. Dr. Johannes Schnocks (Veranstalter Münster) und Wolfgang Schmutz vom USHMM Washington

15. Januar – 15. Februar, Foyer der Bezirksregierung Münster am Domplatz

Sonderveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Einige waren Nachbarn – Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand, eine Wanderausstellung des United States Holocaust Memorial Museum Washington D.C.

Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 9 – 16 Uhr, Sa. 9 – 13 Uhr

öffentliche Führungen durch die Ausstellung: Samstag, 25. Januar, 1., 8. und 15. Februar, 11 Uhr

Eintritt frei!

 

31. Januar, 13 Uhr, Foyer der Bezirksregierung Münster am Domplatz

Öffentlicher Festakt zur Ausstellung in der Woche des internationalen Holocaust-Gedenktags, Eintritt frei!

mit Dr. h.c. mult. Sara J. Bloomfield (Direktorin des United States Holocaust Memorial Museum Washington D.C.), Bundesministerin a.D. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger(Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen), Dorothee Feller (Regierungspräsidentin von Münster) und Markus Lewe (Oberbürgermeister der Stadt Münster und Vizepräsident des Deutschen Städtetags)

Wie war der Holocaust möglich?

Die zentrale Rolle von Hitler und anderen Führern der NSDAP ist unbestreitbar. Doch die Abhängigkeit dieser Täter von unzähligen anderen für die Durchführung der NS-Rassenpolitik ist weniger bekannt. Im NS-Deutschland und in dem von Deutschland dominierten Europa entwickelten sich überall, in Regierung und Gesellschaft, Formen von Zusammenarbeit und Mittäterschaft, wo immer die Opfer von Verfolgung und Massenmord auch lebten.

Einige waren Nachbarn untersucht fachübergreifend die Rolle der gewöhnlichen Menschen im Holocaust und die Vielzahl von Motiven und Spannungen, die individuelle Handlungsoptionen beeinflussten. Diese Einflüsse reflektieren Angst, Gleichgültigkeit, Antisemitismus, Karriereangst, Ansehen in der Gemeinschaft, Gruppenzwang oder Chancen auf materiellen Gewinn.

Die Ausstellung zeigt aber auch Personen, die den Möglichkeiten und Versuchungen, ihre Mitmenschen zu verraten, nicht nachgegeben haben und uns daran erinnern, dass es auch in extremen Zeiten Alternativen zu Kollaboration und Täterschaft gibt.

Wie war Auschwitz möglich? Wie war die Shoa möglich? Wer aus unserer Geschichte lernen will, den lässt diese Frage niemals los. Warum haben Nachbarn, Kollegen, Freunde zugesehen? Einige waren Nachbarn– diese besondere Ausstellung des United States Holocaust Memorial Museum Washington in Zusammenarbeit mit dem Geschichtsort Villa ten Hompel Münster mahnt und ruft uns auf, aufzustehen gegen Rassismus und Antisemitismus, für Menschenwürde, Freiheit und das friedliche Zusammenleben in unserem Land.“

(Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und Schirmherr für Nordrhein-Westfalen)

Pädagogische Angebote:

Rundgang

Beim Rundgang stehen Handlungsräume der Menschen damals im Mittelpunkt. An ausgewählten Stationen werden Phänomene wie Täter- und Komplizenschaft, Wegschauen, Eigennutz, Hilfe oder Widerständigkeit vorgestellt und diskutiert.

Dauer: 60 Minuten; Kosten: 50 Euro

Rundgang mit History-Tour

In diesem Kombi-Angebot werden zunächst fünf zentrale Themenfelder der Ausstellung vorgestellt und diskutiert. Anschließend werden in einem historischen Stadtrundgang rund um den Domplatz diese Phänomene an Beispielen zur Geschichte Münsters im Nationalsozialismus und speziell der Verfolgung der Juden lokalhistorisch aufgegriffen und Formen der Erinnerungskultur diskutiert.

Dauer: 90 Minuten; Kosten: 75 Euro

Workshop: Gewöhnliche Nachbarn?

Handlungsoptionen stehen im Mittelpunkt des Workshops. Die Teilnehmenden erkunden, was neu für sie ist, ihren Vorannahmen widerspricht oder bestimmte Standpunkte zu Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand in Bezug auf Nachbarschaft hinterfragt. Es werden Phänomene entschlüsselt, die unser historisches wie ethisches Verständnis bereichern. Das hilft, Haltungen zu heutiger sozialer Verantwortung zu entwickeln.

Dauer: 90/120 Minuten; Kosten: 75 Euro

Kooperation der Villa ten Hompel mit der Bezirksregierung Münster, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Münster, dem Evangelischen Forum Münster e.V., der Regionalgruppe Münsterland e.V. Gegen Vergessen – Für Demokratie und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V.

 

Mittwoch, 22. Januar, 19 Uhr

Können Kriege gerecht sein? Glaube, Zweifel, Gewissen – Wie ein Militärbischof nach Antworten sucht, mit Militärbischof Dr. Sigurd Rink (Freiburg)

Früher demonstrierte er als Fundamentalpazifist gegen den Nato-Doppelbeschluss. Der Völkermord in Ruanda brachte ihn dazu, seine Überzeugungen grundsätzlich in Frage zu stellen. Seit er sich entschied, der erste hauptamtliche evangelische Militärbischof Deutschlands zu werden, reist er in dieser Funktion regelmäßig in Krisengebiete wie Afghanistan, Mali oder den Nahen Osten. Er erlebt hautnah, wie gefährlich und seelisch belastend ein Militäreinsatz ist, und sieht die moralische Herausforderung, mit der die Soldaten, aber auch die Seelsorger konfrontiert werden. In seinem Buch setzt sich der Autor mit den wichtigsten ethischen und humanistischen Aspekten eines Militäreinsatzes auseinander, die sich im Kern immer um eine Frage drehen: Kann es überhaupt einen gerechten oder zumindest gerechtfertigten Krieg geben?

Sigurd Rink ist seit 2014 Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Er leitet die Evangelische Seelsorge in der Bundeswehr und hat die kirchliche Dienstaufsicht über die Militärpfarrer. Rink schloss sein Studium der Evangelischen Theologie mit Promotion ab.

Am Stand des Buchladens „Rosta“ kann das Buch des Autors erworben werden, das Sigurd Rink auf Wunsch signiert.

Kooperation der Villa ten Hompel mit dem Evangelischen Forum Münster e.V., der Regionalgruppe Münsterland e.V. Gegen Vergessen – Für Demokratie, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. und dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

 

Mittwoch, 29. Januar, 19 Uhr, Saal in der Bezirksregierung Münster, Domplatz 1-3

Der Ort des „Bösen“ – Wie Auschwitz zum Inbegriff des Holocaust wurde

Holocaust in Vergangenheit und Gegenwart, mit Dr. Imke Hansen (Lüneburg)

Mehr als zwei Millionen Menschen besuchen mittlerweile jährlich die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Das Interesse an jenem Ort scheint stetig zu wachsen, während andere Konzentrations- und Vernichtungslager wie Majdanek, Sobibor oder Treblinka in Vergessenheit geraten. Mehr noch, der Begriff „Auschwitz“ ist zum Synonym für Holocaust und Völkermord geworden. Wie kam es zu dieser Entwicklung? Was hat Auschwitz-Birkenau zu dem zentralen Gedenkort gemacht, der er jetzt ist? Und welche Konsequenzen hat die Fokussierung auf Auschwitz-Birkenau für die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen?

Dr. Imke Hansen ist Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Nordost-Institut in Lüneburg, wo sie die Erinnerung an Juden und Deutsche im polnischen kollektiven Gedächtnis untersucht. Zuvor war sie u.a. an den Universitäten Hamburg, Minsk und Uppsala tätig. Ihre Dissertation „Nie wieder Auschwitz! Die Entstehung eines Symbols und der Alltag einer Gedenkstätte“ wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.

Kooperation der Villa ten Hompel mit dem Evangelischen Forum Münster e.V., der Regionalgruppe Münsterland e.V. Gegen Vergessen – Für Demokratie, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. und dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

 

Donnerstag, 6. Februar, 19 Uhr

Fotos aus Sobibor – Einblicke in die Welt der Vernichtung. Die Niemann-Sammlung zu Holocaust und Nationalsozialismus, mit Dr. Steffen Hänschen (Berlin)

Unterschiedliche Orte und Aspekte der nationalsozialistischen Verbrechen haben bis heute keinen adäquaten Platz in der gesellschaftlichen Erinnerung eingenommen. Hierzu zählt im Besonderen die als „Aktion Reinhard“ bezeichnete Ermordung von mehr als 1,8 Millionen überwiegend polnischen Jüdinnen und Juden in den Mordlagern Sobibor, Belzec und Treblinka.

Die privaten Fotos des NS-Täters Johann Niemann gewähren neue Einblicke in die von den Nationalsozialisten eigentlich mit einem generellen Bilderverbot belegte Welt der Vernichtung der europäischen Juden. Sichtbar werden der Alltag von Akteuren der “Euthanasie”-Morde im Deutschen Reich der Jahre 1940 und 1941 sowie der Alltag an jenen Dienstorten im deutsch besetzten Polen, die für einige der Täter auf ihren Einsatz in der „T4“-Aktion folgten: die Vernichtungslager Belzec und Sobibor. Die Foto-Kollektion wurde in einem Kooperationsprojekt des Bildungswerk Stanisław Hantz und der Forschungsstelle Ludwigsburg in jahrelanger Arbeit wissenschaftlich ausgewertet.

Dr. Steffen Hänschen ist Mitarbeiter des Bildungswerks Stanisław Hantz e. V. und begleitet die Bildungsreise zur „Aktion Reinhard“. Zu seinen Publikationen zählt „Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust“ (2018). Er ist Übersetzer des Bandes „Das Vernichtungslager Bełżec“ von Robert Kuwałek (2014). Hänschen führt regelmäßig Zeitzeugengespräche, hier im Bild mit der Überlebenden des Warschauer Ghettos, Ada Willenberg.

Am Stand des Buchladens „Rosta“ können Bücher des Autors erworben werden, die Steffen Hänschen auf Wunsch signiert.

Kooperation der Villa ten Hompel mit dem Evangelischen Forum Münster e.V., der Regionalgruppe Münsterland e.V. Gegen Vergessen – Für Demokratie, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V.

 

Mittwoch, April/ Mai, 19 Uhr                                                                     Diese Veranstaltung konnte nicht stattfinden.

Die Zerstörung des „Jerusalems Litauens“ – Der Holocaust in Litauen und Erinnerungskonflikte heute, mit Dr. Christoph Dieckmann (Bern)

Wie war der Holocaust in Litauen möglich? Über 300 Synagogen, Gebetshäuser und jüdische Vereine prägten Vilnius, das „Jerusalem Litauens“. Die Stadt war berühmt für Bibliotheken, religiöse und weltliche Verlagshäuser sowie den Vilnaer Gaon (1720 – 1797), den innerjüdischen Gegner des galizischen Chassiden. Die Litvaken stellten eine der vielfältigsten und wichtigsten Strömungen des osteuropäischen Judentums dar.

Im Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht Litauen. Schon in den ersten Tagen kam es zu Gewaltexzessen und Massenerschießungen der jüdischen Bevölkerung. Noch vor dem Beginn des Lichterfestes meldete ein verantwortlicher SS-Standartenführer nach Berlin, dass Drei Viertel der 200.000 Jüdinnen und Juden des Landes ermordet worden waren. Wie war das in nur fünf Monaten möglich? Und warum ist es heute in Litauen so schwer, offen und selbstkritisch über den Massenmord zu sprechen?

Dr. Christoph Dieckmann ist Historiker und arbeitet derzeit an der Universität Bern. Seit den 1990er Jahren forscht und arbeitet er zu den Massenverbrechen des Nationalsozialismus, insbesondere in Osteuropa. Seine zweibändige Darstellung über die deutsche Besatzungspolitik in Litauen erhielt 2012 den „Yad Vashem International Book Prize for Holocaust Research“.

Kooperation der Villa ten Hompel mit dem Evangelischen Forum Münster e.V., der Regionalgruppe Münsterland e.V. Gegen Vergessen – Für Demokratie, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. und dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

 

 

RÜCKBLICK:

2. Halbjahr 2019

September

Flyer:  Friedenskulturmonat2019

 

1. September, 13 Uhr, Coerdeplatz, Kanalstraße/ an der Promenade

FRIEDENSFEST“

Auftaktveranstaltung zum Friedenskulturmonat  – Menschen begegnen sich über Generationen und Nationalitäten hinweg bei Musik, Gespräch und künstlerischen Aktionen, um gemeinsam ein “Fest” für Frieden und Versöhnung, für Abrüstung und den Abbau von Grenzen zu gestalten. 

nähere Informationen finden Sie hier: Friedensflyer + Friedensveranstaltungen

Kooperationsveranstaltungen von IPPNW, DGB, pax christi, Frauenstraße 24, efm, Eine Welt Forum, Gesellschaft für bedrohte Völker und DFG-VK

 

8. September, 15 Uhr,DKV-Residenz am Tibusplatz, 5. Etage

KONFLIKT-RE(LI)GIONEN“ – Nord-Süd-Konflikte im Alltag

Öffentliche mehrsprachige Lesung zur griechisch-türkischen „Umsiedlung“ 1923 und Impulsvorträge von Texten junger Geflüchteter in Deutschland, Moderation: Amina Diehl

ab 16 Uhr:Workshop „Konflikt-Re(li)gionen“ (Anmeldung erforderlich)

mit einem Redaktionsteam der „Neu in Deutschland“-Zeitung („NiD“) und Münsteraner Mitwirkenden

Im Rahmen des Münsteraner Friedenskulturmonats 2019 kommen an diesem Nachmittag die Kooperationspartner und geflüchtete sowie einheimische Bürger*innen zu einem von Dorte Huneke-Nollmann (Bochum) angeleiteten Workshop zusammen, um ihre Meinungen, Erinnerungen und Erfahrungen auszutauschen, Texte vorzustellen und zu diskutieren sowie Schreib-Impulsen zu folgen, die anschließend als Beiträge einer Sonderbeilage der „NiD“-Zeitung verfasst und vom Bochumer Team redaktionell gestaltet werden.

 

26. September, 15 Uhr, Paul-Gerhardt-Haus, 1. Etage

Workshop: DIE UMSIEDLUNGEN 1939/ 40 UND IHRE RELIGIÖSEN MOTIVE

Im Rahmen des Münsteraner Friedenskulturmonats 2019 kommen an diesem Nachmittag Münsteraner Bürger*innen mit Nachfahren der Galizien-Deutschen, mit Gästen aus der Ukraine und Baltikums-Fachleuten zusammen, um anhand von Dokumenten und Interpretationen darüber zu diskutieren, welche Lehren sich für heutige Ent- und Beheimatungs-Erfahrungen aus dem Schicksal derjenigen ableiten lassen, die 1939 und 1940 ihre seit Generationen angestammte Heimat für eine neue verließen.

Die dort erörterten Überlegungen werden auf einer internationalen Konferenz vom 28.-30. Oktober vertieft. (siehe dortModeration: Dr. Geert Franzenburg, Beginn. der Vorbereitungen: 14 Uhr, Nachbereitung: 18 bis 19 Uhr

Eine Veranstaltung des efm und des Ev. Kirchenkreises Münster (Osteuropareferat) in Kooperation mit dem Hilfskomitee der Galizien-Deutschen, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und weiteren Mitwirkenden

Einen Bericht über den Workshop finden Sie hier:   Alte Heimat verlieren – neue finden

 

 

Die bewährte Zusammenarbeit mit der Villa ten Hompel und anderen Partnern wird fortgesetzt in den MITTWOCHGESPRÄCHEN: 

September

4. September, 19 Uhr, Schloss, Schlossplatz 2, Vortragssaal 10

ALS DER WAGEN NICHT KAM – Eine wahre Geschichte aus dem Widerstand: Paulus van Husen, der Kreisauer Kreis und das Hitler-Attentat am 20. Juli 1944 (und ein Krimi aus der Wirklichkeit)

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem 20. Juli 1944 macht Dr. Manfred Lütz (Bornheim bei Bonn) eine außergewöhnliche Entdeckung: Die Autobiografie seines Großonkels Paulus van Husen. Was er darin liest, zieht ihn sofort in seinen Bann: Der Bericht eines Zeitzeugen, den es immer wieder an die Brennpunkte der Geschichte des 20. Jahrhunderts verschlagen hatte, ist von großer historischer Bedeutung und glänzend geschrieben.

Nichts deutete darauf hin, dass der in Münster geborene Paulus van Husen einmal zum Verschwörer werden würde. Doch mit dem Ersten Weltkrieg nahm sein Leben eine erste Wendung. In einem Husarenstück eilt seine Elitedivision 1918 der Regierung Ebert in Berlin zu Hilfe. Als Mitglied der deutsch-polnischen Gemischten Kommission erlebt er beim Völkerbund in Genf Gustav Stresemann. Mit den Nazis gerät er sofort aneinander. Wie er Goebbels und Keitel begegnet und dem eiskalten SS-Mörder Heydrich Auge in Auge widersteht, beschreibt er packend. Als Mitglied des Kreisauer Kreises hat er einen entscheidenden Moment mit dem Hitler-Attentäter Stauffenberg und am Ende überlebt er nur mit viel Glück. Nach dem Krieg wird er von Adenauer umworben und beschließt seine Karriere als erster Verfassungsgerichtspräsident Nordrhein-Westfalens.

Am Stand des Buchladens „Rosta“ können Bücher des Autors erworben werden, die Manfred Lütz auf Wunsch signiert.

In Kooperation mit der Regionalgruppe Münsterland Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V., der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e. V., dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und Münster Marketing.

 

9. September, 19 Uhr, Synagoge Münster, Klosters. 8-9

WIE MOSES ES SCHAFFTE, EINE REVOLUTION ZU ÜBERLEBEN

Eine rabbinische Auslegung von 4. Mose, 16-17

Vortrag von Rabbiner Prof. Dr. Jonathan Magonet: Moses musste viele Krisen überstehen, während er die Israeliten durch die Wüste ins Gelobte Land führte, und gleichzeitig die Zukunft einer unabhängigen Nation gestalten. Obwohl in der Bibel während der gesamten Reise immer wieder Gegner von Moses erwähnt werden, kam es nur einmal zu einer potentiellen Revolution. Ein Mann namens Korach versammelte verschiedene desillusionierte Gruppen, um Moses und Aaron zu stürzen. In diesen dramatischen Kapiteln sehen wir, wie Moses Diplomatie und Überzeugungskraft nutzte, um die verschiedenen gegnerischen Gruppen, ihre Forderungen und Bedürfnisse anzusprechen, wie er aber letztlich auf göttliches Eingreifen angewiesen ist, um einen Bürgerkrieg zu vermeiden. 

Bitte bringen Sie keine Messer, großen Taschen und Rucksäcke mit.

 

25. September, 19 Uhr, Villa ten Hompel

Nur eine „GANZ KLEINE CLIQUE“?

Die NS-Ermittlungen über das Netzwerk vom 20. Juli 1944

Dr. Linda von Keyserlingk-Rehbein (Dresden)

 

Oktober

11. Oktober, 19 Uhr, Stadtweinhaus, Hauptausschusszimmer

WIR SIND DAS VOLK“ – Ein Zeitzeugenabend mit Steffen Reiche (Potsdam) zur friedlichen Revolution im Herbst 1989 in der DDR

Auch wenn die Maueröffnung vom 9. November 1989 als ein so stark emotionales Ereignis im kollektiven Gedächt­nis der Deutschen alles andere überstrahlt: Die eigentliche Revolution und der spannendere Teil des Herbstes 1989 fanden vorher auf den Straßen statt und erreichten mit der Montagsdemonstration vom 9.10. in Leipzig ihren Höhepunkt. Hier und auch an anderen Orten wurde der Durchbruch erzielt, der das DDR-Regime letztlich zur Kapitulation zwang. Der Zeitzeugenabend will einige Ereignisse des Herbstes ’89 ins Gedächtnis rufen und auch einige Etappen auf dem Weg zur staatlichen Einheit Deutschlands beschreiben.

 Steffen Reiche, geb. 1960, ist evangelischer Pfarrer und gehörte am 7.10.1989 zu den Mitbegründern der „Sozialdemokratischen Partei in der DDR“ (SDP). Er war 1990 Mitglied in der frei gewählten Volkskammer der DDR und bis 2000 Landesvorsitzender der SPD in Brandenburg. Von 1994 bis 2004 gehörte er in zwei verschiedenen Ministerämtern der Landesregierung in Brandenburg an. Von 2005 bis 2009 war er Mitglied im Deutschen Bundestag. Derzeit ist er Pfarrer der Gemeinde in Berlin-Nikolassee.

In Kooperation mit der Regionalgruppe Münsterland Gegen Vergessen – für Demokratie e. V., Geschichtsort Villa ten Hompel und der Volkshochschule

 

30. Oktober, 19 Uhr, Festsaal im Historischen Rathaus der Stadt Münster am Prinzipalmarkt

A GENERATION AFTER ORDINARY MEN: Probing Perpetration and Holocaust in the 21st Century

Jubiläums-Veranstaltung zum 75. Geburtstag Christopher R. Brownings anlässlich von 25 years Ordinary Men sowie 20 Jahre Geschichtsort Villa ten Hompel

November

6. November, 19 Uhr, Saal der Stadtbücherei Münster, Alter Steinweg 11

MÜNSTERS STADTVERWALTUNG UND DER NATIONALSOZIALISMUS

Konflikt und Kooperation – Krisenhandeln im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit

mit Philipp Erdmann und Annika Hartmann (Münster)

 

 

Auch die Kooperation des Arabisch-Deutschen-Literaturkreises (ArDeLit) mit dem efm und der Volkshochschule Münster (VHS) wird in diesem Halbjahr fortgesetzt:

Oktober

8. Oktober, 19 Uhr, VHS, Ägidiimarkt

LITERATUR UNTERWEGS – Literatur als friedlicher Widerstand

ArDeLit: Zweisprachige Lesung zur zeitgenössischen Literatur ALGERIENS

Literatur und Kunst reagieren sensibel auf die Ursachen und Folgen von Flucht und Vertreibung, auf politische und kulturellen Umbrüche. Prof. Abdo Abboud und Georg Schaaf sprechen über die Autor*innen – über Identitäten und Widerspruch, Wahrnehmungen des Anderen, Kritik und Erinnerung, Sie lesen aus den Originalen und teilweise aus eigenen Übersetzungen, da es viele Werke (noch) nicht auf Deutsch gibt.

Einen Bericht zu dieser Veranstaltung finden Sie hier:

 

22. Oktober, 19.30 Uhr,   Erlöserkirche

FRIEDENSMUSIK global – mit den indischen Musikern Swapan Bhattacharya und Manoy Baruahsowie Andreas Schmitt (Hannover) und anschließender Podiumsdiskussion.

Moderation: Dr. Geert Franzenburg, Eintritt 10 €/ 5 €

Die Musiker*innen schlagen in diesem Konzert eine Brücke von Indien über Persien bis nach Europa. Orient und Okzident verbinden sich in den Klängen von indischer Violine, Tabla, Orgel und Sitar. In der Podiumsdiskussion mit den Künstler*innen werden diese Brückenschläge thematisiert. Dabei geht es um die Frage, wie religiöse Musik zur Verständigung und Versöhnung beitragen kann.

Eine Kooperation des efm und des Ev. Kirchenkreises.

 

November

MÜNSTERANER KLIMA-GESPRÄCHE 

07. November, 19.30 Uhr, Stadtweinhaus,

Hauptausschusszimmer

Der Trägerkreis der Klimagespräche lädt ein zur Auftaktveranstaltung mit Frank Baumann vom Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Bauwesen, Matthias Peck vom Dezernat für Wohnungsversorgung, Immobilien und Nachhaltigkeit und Dietmar Schüwer vom Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie – Moderation: Carolin Bohn vom Institut für Politikwissenschaft. 

Eine Kooperation des Beirats für kommunale Entwicklungszusammenarbeit mit dem efm, der Klimainitiative, dem Umweltforums, der Volkshochschule und  des Zentrums für interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung der WWU

 

 

1. Halbjahr 2019

Mittwochsgespräche in der Villa ten Hompel

Vortrags- und Diskussionsreihe

Bei der Vortrags- und Diskussionsreihe „Mittwochsgespräche“ steht im ersten Halbjahr 2019 das Thema „Weimars Verfasstheiten“ im Fokus. Hochkarätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentieren ihre neuesten Forschungen und Werke. Im Anschluss an den Vortrag ist eine Diskussion ausdrücklich erwünscht!

www.villatenhompel.de

 

Literatur unterwegs mit ArDeLit

Über die Lesereihe:

Literatur und Kunst reagieren sensibel auf die Ursachen und Folgen von Flucht. In den drei Lesungen des 1. Halbjahres stehen Erfahrungen von Menschen im Vordergrund, die ihr Land wegen Krieg, staatlicher Verfolgung oder wirtschaftlicher Not verlassen mussten. 

Prof. Dr. Abdo  Abboud ist Professor für Komparatistik und Weltliteratur, Universitäten Damaskus/ Münster, Georg Schaaf , M. A., Freier Lektor, Münster,

Die Veranstaltungen finden abwechselnd in der VHS und im SpecOps statt. http://www.ardelit.net/ 

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Mittwoch, 6. Februar, 19 Uhr

Der überforderte Frieden. Versailles und die Welt 1918 bis 1923. Ein schwieriges Erbe – bis in unsere Zeit.

Der Erste Weltkrieg war ein industrialisierter Massenkrieg. Je länger er dauerte, desto mehr veränderte er die Gesellschaften, die ihn führten, und desto rasanter entwertete er das Wissen der Politiker. Wie kamen Menschen, Gesellschaften und Staaten 1918 aus dem Krieg? Was für Vorstellungen verbanden sie mit dem Frieden und dem Versprechen einer neuen Ordnung? Wie verändert sich unser Verständnis der Geschichte des 20. Jahrhunderts, wenn wir nach dem globalen Charakter des Nachkriegs fragen? Was bedeutete diese Zeitenwende für den weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts?

Meisterhaft und mit dem Blick für die globalen Zusammenhänge erzählt Prof. Dr. Jörn Leonhard (Freiburg)wie die Welt zwischen 1918 und 1923 um eine neue Friedensordnung rang und was diese Zeitenwende für den weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts bedeutete. Dabei werden die hochfliegenden Erwartungen und die teils widersprüchlichen Versprechen ebenso deutlich wie die erdrückenden Probleme bei der Umsetzung und die Unterschiede zwischen den Annahmen in Paris und den Realitäten vor Ort. Ob im Blick auf untergehende Reiche und neue Staaten, ethnische Minderheiten oder das neue Massenphänomen von Flucht und Vertreibung: Die Art und Weise, wie der Krieg zu Ende ging, schuf Enttäuschungen und Konflikte, deren Ausläufer bis in unsere Gegenwart reichen.

Prof. Dr. Jörn Leonhard ist Lehrstuhlinhaber für Westeuropäische Geschichte an der Universität Freiburg und Fellow der Royal Historical Society in London. Gastprofessuren hatte er u.a. an der Harvard University. Für seine Forschungen wurde er mit mehreren wichtigen Forschungspreisen ausgezeichnet, u.a. 2014 mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis für „Die Büchse der Pandora“ über die Geschichte des Ersten Weltkriegs.

Weitere Kooperationspartner: die Regionalgruppe Münsterland e.V. Gegen Vergessen – Für Demokratie, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. und das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

 

Dienstag, 19. März, 19.30 Uhr, VHS Forum 1  ⇒ Literatur unterwegs: Ägypten

Die Arabische Republik Ägypten, um die es in dieser Lesung geht, gilt als das Land der Pyramiden, der Pharaonen, des Suezkanals – und des Tourismus. Ägypten ist auch das Land, aus dem der einzige arabische Literaturnobelpreisträger kommt: Nagib Machfus.

Doch Ägypten ist ebenso ein Land, in dem seit 1952 eine Militärdiktatur herrscht, die die Menschenrechte missachtet, Oppositionelle verfolgt, Aktivisten und kritische Juristen willkürlich verhaften, foltern oder sogar töten lässt – unabhängig von deren Nationalität wie vermutlich im nicht aufgeklärten Fall des ermordeten italienischen Studenten Giulio Regeni. Die Folgen sind bekannt: Auswanderung, Flucht und nicht zuletzt Terrorismus. Auf dem jüngsten arabisch-europäischen Gipfeltreffen im ägyptischen Scharm el Scheich kam es zwischen dem Generalsekretär der Arabischen Liga und dem Kommissionspräsidenten der EU wegen unterschiedlicher Ansichten über die Menschenrechte zum öffentlichen Eklat.

Diese Verhältnisse wollen wir in unserer Lesung anhand von Texten prominenter Vertreterinnen und Vertreter der ägyptischen Gegenwartsliteratur vorstellen, darunter u. a. Nagib Mahfus, Ahmed Fouad Negm, Amal Dunqul, Nawwal Sadawi, Imane Mersal und Shaimaa el Sabbagh.

Weitere Kooperationspartner: VHS Münster

 

Mittwoch, 27. März, 19 Uhr

War Opa 1918/19 Revolutionär?“ Veteranen und Zeitzeugen in Wissenschaft und Unterricht in beiden Deutschlands Die Revolutionsjahre 1918/19 in deutsch-deutscher Perspektive

Der Vortrag geht den – auch visuellen – Spuren individueller Erinnerungsarbeit zu den Revolutionsjahren von 1918/19 in der DDR und der Bundesrepublik nach. Während in Ostdeutschland der Arbeiterveteran für die Traditionsbildung des Staates schon in den 1950er Jahren unverzichtbar war, erfuhr Zeitzeugenschaft in Westdeutschland erst in den 1970er Jahren dank der Unterstützung von Schülerinnen und Schülern und Barfußhistorikern eine breitere öffentliche Anerkennung.

Der Blick auf beider Erfahrungsgeschchte(n) entfaltet ein bisher nicht beachtetes Kapitel einer asynchronen deutsch-deutschen Verflechtungsgeschichte.

Prof. Dr. Alfons Kenkmann war Gründungsdirektor des Geschichtsortes Villa ten Hompel Münster und ist Professor für Didaktik der Geschichte an der Universität Leipzig und Vorsitzender des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen.

Weitere Kooperationspartner: die Regionalgruppe Münsterland e.V. Gegen Vergessen – Für Demokratie, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. und das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

 

Dienstag, 30. April, 18 Uhr, SpecOps  ⇒ Literatur unterwegs:  Syrien

Seit März 2011 tobt in Syrien ein „Bürgerkrieg“, der Hunderttausenden von Menschen das Leben kostete und Millionen von Menschen zur Flucht ins Ausland zwang. Ein kleiner Teil von ihnen fand in Deutschland Asyl. Syrien steht heute für die größte humanitäre Katastrophe des 21. Jahrhunderts.

Die syrische Gegenwartsliteratur antizipierte diese Katastrophe und warnte vor ihr: Dichter wie Nizar Qabbani, Muhammad Al-Maghout undNuri al-Jarrah;Erzähler wie Sakariyya Tamer, Fawwaz Haddad, Khaled Khalifa, Hani ar-Raheb, Nabil Sulaiman undGhada as-Samman;Liedermacher wie Samih Shuqair; Komödianten wie Duraid Lahham, Humam Hout undYaser al-Azmehkritisierten die bestehenden sozialen und politischen Missstände und warnten vor ihren Folgen. Viele von ihnen erhielten Berufsverbot oder wurden verhaftet; sie mussten schweigen oder ins Exil gehen, um Zensur und Repression zu entgehen.

In der Lesung amDienstag werden Gedichte und Erzählungen der syrischen Gegenwartsliteratur präsentiert und in ihrem jeweiligen Kontext besprochen.

Weitere Kooperationspartner: VHS Münster

 

Dienstag, 21. Mai, 18 Uhr, SpecOps ⇒ Literatur unterwegs:  Sudan 

Seit Jahrzehnten gibt es im Sudan Krieg, der bisher 2,5 Millionen von Menschen das Leben kostete – die Zeiten des Friedens seit der Unabhängigkeit 1956 waren immer nur kurz. Wie Gegenwart und Zukunft beurteilt werden, wird man nach diesem Abend ein wenig besser verstehen: Meine Worte sind frei, sich zu bewegen, wohin sie wollen! schreibt Ishraga Mustafa Hamid, die seit 1989 in Österreich lebt und von hier aus ihre in Arabisch verfassten Gedichte, Essays und Kommentare auf einer sudanesischen Internetseite veröffentlicht.

In der zweisprachigen Lesung amDienstag werden Gedichte und Prosa der sudanesischen Gegenwartsliteratur präsentiert und in ihrem jeweiligen Kontext besprochen. Prof. Dr. Abdo  Abboud, Professor für Komparatistik und Weltliteratur, Georg Schaaf, Freier Lektor (ArDeLit) und Omer Othman, M. A., lesen Gedichte von Mohammed al-Faituri, Tarek Altayeb und Ishraga Mustafa Hamid, und an Prosa einen Auszug von Tayyeb Salehs Roman „Zeit der Nordwanderung“.

Weitere Kooperationspartner: VHS Münster

 

Mittwoch, 22 Mai, 19 Uhr

Hugo Preuss und die Weimarer Reichsverfassung

Vor 100 Jahren trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Als ihr Vater gilt der Berliner Staatsrechtslehrer Hugo Preuß. Wer war dieser Mann und welche Ideen brachte er in den Prozess der Verfassungsgebung ein? Was zeichnete die Weimarer Reichsverfassung aus, als Vorläufer des Grundgesetzes aber auch als „gescheiterte Verfassung“, von der sich das Grundgesetz absetzen wollte? Der Vortrag von Prof. Dr. Oliver Lepsius (Münster) beleuchtet ein spannendes Kapitel deutscher Verfassungsgeschichte.

Prof. Dr. Oliver Lepsius lehrt Öffentliches Recht und Verfassungstheorie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er studierte in Bonn, München und Chicago, war mehrfach Gastprofessor im Ausland, ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Mitherausgeber führender Fachzeitschriften. Er setzt sich mit aktuellem deutschem Staats- und Verwaltungsrechts ebenso auseinander wie mit historischen Grundlagen und philosophischen und vergleichenden Fragen des Öffentlichen Rechts. Momentan gehört er dem Vorstand der Vereinigung für Verfassungsgeschichte an.

Weitere Kooperationspartner: die Regionalgruppe Münsterland e.V. Gegen Vergessen – Für Demokratie, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. und das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

 

Mittwoch, 26. Juni, 19 Uhr

Auch wir wollen die Wahl haben! Der lange Weg der deutschen Frauen zum politischen Stimmrecht 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland

Am 12. November 1918, mitten in den Wirren der Revolution, als mehr als deutlich geworden war, dass der Krieg nicht mehr gewonnen werden konnte, als der deutsche Kaiser schon in den Niederlanden im Exil war und das Amt des Reichskanzlers an den Sozialdemokraten Friedrich Ebert übertragen worden war, erklärte der Rat der Volksbeauftragten, dass fortan „alle Wahlen […] nach dem gleichen, geheimen, direkten Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen“ sind. Damit hatte dieses Männergremium mit einem Federstreich das Frauenwahlrecht in Deutschland eingeführt. Kann aus dieser kurzen Episode geschlossen werden, dass den deutschen Frauen das Frauenstimmrecht quasi in den Schoss gefallen ist? War es der Revolution und vor allem dem Rat der Volksbeauftragten zu verdanken, dass dieses politische Mitbestimmungsrecht eingeführt wurde?

In ihrem Vortrag zur Geschichte des Kampfes um das Frauenstimm- und -wahlrecht in Deutschland rollt die Historikerin Dr. Kerstin Wolff (Kassel) den langen Kampf der deutschen Frauen um dieses Recht auf. Sie zeigt, dass die ersten Stimmen, die ein politisches Wahlrecht für Frauen forderten, in der Französischen Revolution laut wurden und dass diese Rufe, auch wenn sie sich lange nicht durchsetzen konnten, im gesamten 19. Jahrhundert nicht mehr zur Ruhe kamen.

Dr. Kerstin Wolff ist Historikerin und Geschäftsführerin der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel. Sie ist Redakteurin der historischen Fach-Zeitschrift der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung, „Ariadne – Forum für Frauen- und Geschlechter Geschichte”.

Weitere Kooperationspartner: die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. und das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

 

Mittwoch, 10. Juli, 19 Uhr

Vom Wort zur Tat. Antisemitismus in der Weimarer Republik. Keine „guten“ Weimarer Jahre –

Der Antisemitismus als politische Bewegung und soziale Haltung erlebte nach dem Großen Krieg einen dramatischen Formwandel, der sich zwar für viele europäische Länder nachzeichnen lässt, in den Verliererstaaten jedoch von besonderer Virulenz war. Aus dem „kulturellen Code“, der im deutschen Kaiserreich das liberale und konservative Lager voneinander unterschieden, aber sich vor allem im bürgerlichen Milieu manifestiert hatte, wurde in den Jahren der Weimarer Republik ein Instrument zur politischen Mobilisierung auf ganz unterschiedlichen Ebenen. Während sich die Zeitungsleser über medial breit ausgeschlachtete Finanzskandale empören konnten, mussten sich einzelne Wirtschaftszweige in der Provinz mit hartnäckigen Boykottanstrengungen auseinandersetzen. Im Reichstag camouflierten die offen xenophoben Debatten zur Zuwanderung aus Osteuropa nur schwach ihre judenfeindliche Absicht, während sich Kommunalpolitiker immer häufiger mit explizit antisemitischen Anträgen und Initiativen konfrontiert sahen. All dies wurde überschattet von politischen Morden und steigender Straßengewalt, so dass zumindest aus Sicht jüdischer AktivistInnen von den „guten Jahren“ der Weimarer Republik kaum gesprochen werden kann.

Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum ist Historikerin und Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin als Nachfolgerin von Wolfgang Benz. Promoviert wurde sie in Bochum mit einer Arbeit über die jüdische Gemeinde Königsberg bei Hans Mommsen. Zu ihren Arbeitsgebieten gehören neben der deutsch-jüdischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts die Geschlechtergeschichte und die spanische Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Weitere Kooperationspartner: die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. und das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte.

 

 

RÜCKBLICK:

2. Halbjahr 2018

Montag, 3. September: Beginn um 19 Uhr in der Münsteraner Synagoge (Klosterstr. 8-9)

Der Rabbiner Prof. Dr. Jonathan Magonet wird in seinem Vortrag um 19:00 Uhr über die zehn Gebote sprechen. Sie gelten als die zentralen Werte der beiden sich  auf die Bibel beziehenden Religionen, des Judentums und des Christentums und werden außerdem als wichtige Gründungsideen der westlichen Zivilisation angesehen. Es bleiben aber Fragen – über die tatsächliche Anzahl oder in welcher Weise es sich um Befehle handelt, über die Bedeutung einiger Gebote, an wen sie sich richten und wie sie in die heutige ganz andersartige Gesellschaft passen? Auf diese Fragen wird Prof. Magonet eingehen und zeigen, dass das Studium des hebräischen Originals zu einem besseren Verständnis beitragen kann.
Jonathan Magonet war Direktor des Leo Baeck Colleges in London. Er leistete Pionierarbeit in der literarischen Annäherung an biblische Texte und ist sehr engagiert im jüdisch-christlichen Dialog.

Bitte denken Sie daran, weder Messer, Rücksäcke noch große Taschen mitzubringen.

Veranstaltungspartner der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. ist neben dem efm die Jüdische Gemeinde Münster.

 

Donnerstag, 4. Oktober. Beginn um 19 Uhr in der Villa ten Hompel

Mit Größe am Leben gescheitert – der Autor Hans Fallada wurde in den letzten Jahren noch einmal völlig neu entdeckt. Es ist Zeit, sich auch seiner Biografie neu zu nähern und das reiche, bislang unerschlossene Material auszuwerten. So schärfen sich selbst für den Kenner die Konturen und schließen sich die Lücken. Der Biograf Peter Walther (Berlin) wird auch von neuen Archivfunden berichten und vermag daher ganze Lebensabschnitte und Ereignisse genauer und farbiger als bisher auszuleuchten.

Dr. Peter Walther studierte u. a. in Falladas Geburtsstadt Greifswald Germanistik und Kunstgeschichte und wurde 1995 in Berlin promoviert. Heute leitet er gemeinsam mit Hendrik Röder das Brandenburgische Literaturbüro in Potsdam. Walther veröffentlichte Bücher zur Geschichte der Fotografie sowie zu Schriftstellern wie Johann Wolfgang von Goethe, Peter Huchel, Günter Eich und Thomas Mann.

Veranstaltungspartner der Villa ten Hompel ist neben dem efm die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V.

 

Dienstag, 9.Oktober: Beginn um 19.30 Uhr im SpecOps Münster

Literatur unterwegs

 

Dienstag, 9. Oktober: Beginn um 19 Uhr in der  Villa ten Hompel

Ein spannender Zeitzeugen-Abend: Auch wenn die Maueröffnung vom 09. November 1989 alles andere überstrahlt – die eigentliche Revolution 1989 fand vorher auf den Straßen statt und erreichte mit der Montagsdemonstration vom 09.Oktober in Leipzig ihren Höhepunkt. Hier und auch an anderen Orten wie Plauen wurde der Durchbruch erzielt, der das DDR-Regime letztlich zur Kapitulation zwang.

Der Zeitzeugen-Abend mit Joachim Garstecki (Magdeburg) will insbesondere die Voraussetzungen der Gewaltlosigkeit dieses Volksaufstandes benennen. Er ist katholischer Theologe und war von 1971 – 1990 Referent für Friedensfragen und Friedenserziehung beim Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR – ein “katholischer Gastarbeiter”, wie es hieß. Wie nur wenige andere kennt er die Szene und die Gruppen, aus denen viele Akteure hervorgingen.

Veranstaltungspartner der Villa ten Hompel sind neben dem efm die Gegen Vergessen – Für Demokratie Regionalgruppe Münsterland e.V. und der Förderverein Friedensinitiativen Münster e. V.

 

Mittwoch, 17.  Oktober: Beginn um 19 Uhr im Saal der jüdischen Gemeinde Münster (Klosterstraße 8-9)

Der Historiker und Journalist Dr. Götz Aly (Berlin) nimmt an diesem Abend um 19 Uhr das Scheiteljahr 1938 in den Blick, um sich den Fragen anzunähern, woher der nationalsozialistische Staat seine ungeheuerliche Dynamik bezog? Wie sich in der geschichtlich – selbst lebensgeschichtlich – extrem kurzen Zeit von nur zwölf Jahren derart starke negative Energien sechs Jahre lang zusammenballen konnten und anschließend mit vernichtender Wucht entladen? Auf welchen sozialen, politischen und mentalen Grundlagen konnte das geschehen? Wie gelang es, insgesamt 18 Millionen deutsche Soldaten zu mobilisieren, die Europa vom Nordkap bis zum Kaukasus, von Marseille bis Leningrad erbarmungslos terrorisierten? Wie war es möglich, dass die Deutschen bis zum Ende millionenfach funktionierten und immer neue Soldaten in immer aussichtsloserer Position sangen „Wenn Fels und Eichen splittern, / Wir werden nicht erzittern!“? Will man sich diesen Fragen annähern, spricht viel dafür, das Scheiteljahr 1938 in den Blick zu nehmen.

Dr. Götz Aly arbeitete für die „taz“, die „Berliner Zeitung“ und als Gastprofessor. Seine Sachbücher sind internationale Bestseller. 2002 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis, 2007 den US-National Jewish Book Award, 2012 den Ludwig-Börne-Preis. Zuletzt veröffentlichte er „Europa gegen die Juden 1880 – 1945“ und „Warum die Deutschen? Warum die Juden? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800-1933“. Auch sein Buch „Die Belasteten. »Euthanasie« 1939-1945“ sorgte für internationales Aufsehen.

Veranstaltungspartner der Villa ten Hompel  sind neben dem efm die Gegen Vergessen – Für Demokratie Regionalgruppe Münsterland e.V., die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. und das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte.

Bitte denken Sie daran, Ihren Personalausweis mitzubringen!

 

Donnerstag, 25. Oktober. Beginn um 19 Uhr in der Villa ten Hompel

Die Geschichte von Willy Blum und seiner Familie – Willy Blum war sechzehn Jahre alt, als er in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde. Von ihm blieb nur ein Name auf einer Liste, neben dem durchgestrichenen Namen Jerzy Zweigs, der durch Bruno Apitz` Roman „Nackt unter Wölfen“ weltberühmt wurde.

Über Willy Blum und seine Familie wusste man bislang nichts. Die Historikerin und Publizistin Prof. Dr. Annette Leo (Berlin). Annette Leo hat sich auf die Suche gemacht und erzählt die Geschichte der Familie Blum und zugleich auch die Geschichte des Verschweigens einer Opfergruppe in der Nachkriegszeit: die der Sinti und Roma.

Dr. Annette Leo lebt in Berlin. Sie arbeitete u.a. am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin und an der Friedrich Schiller Universität Jena. Ihre zuletzt erschienene Biografie über den Schriftsteller Erwin Strittmatter wurde u.a. von der FAZ hoch gelobt.

Veranstaltungspartner der Villa ten Hompel ist neben dem efm auch die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Münster e.V..

 

Dienstag, 23. Oktober: Beginn um 19.30 Uhr im VHS Forum 1

Literatur unterwegs

 

Mittwoch, 31. Oktober: Beginn um 19 Uhr in der Villa ten Hompel

Der Politikwissenschaftler und Zeithistoriker Dr. Harald Schmid (Rendsburg) wird an diesem Abend um 19 Uhr für die BRD detailliert die Geschichte der Vergesellschaftung des Gedenkens an den Novemberpogrom bis in die Gegenwart nachzeichnen – und der verbreiteten Vorstellung widersprechen, die Deutschen hätten sich nach 1945 zunächst gar nicht an die „Reichskristallnacht“ erinnert.

Dr. Harald Schmid blickt auf eine langjährige Lehr- und Forschungstätigkeit an den Universitäten Hamburg und Kiel zurück. Schmid war u. a. Mitglied im Historikerteam der Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941–1944”. Seit 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten. Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen vor allem zu den Themen Erinnerungskultur, Geschichtspolitik, Gedenkstätten, Rechtsextremismus, Regionalgeschichte; Mitherausgeber des „Jahrbuchs für Politik und Geschichte”.

Veranstaltungspartner der Villa ten Hompel sind neben dem efm die Gegen Vergessen – Für Demokratie Regionalgruppe Münsterland e.V., die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. und das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte.

 

Dienstag, 13. November: Beginn um 19.30 Uhr im SpecOps Münster

Literatur unterwegs

 

Donnerstag, 15. November: Beginn um 19 Uhr in der Villa ten Hompel

Eine Reise zu den letzten Juden Osteuropas: Eva Gruberová arbeitet als freie Journalistin und Filmautorin. Sie ist Referentin in der KZ Gedenkstätte Dachau, Helmut Zeller ist Journalist und leitet die Dachauer Redaktion der Süddeutschen Zeitung. Beide werden an diesem Abend vom jüdischen Leben nach 1945 im Osten Europas berichten: Taxi am Shabbat. Wurden Juden wieder in ihren Rechten anerkannt, ihr Eigentum restituiert und die Täter zur Rechenschaft gezogen? Verschwand der Antisemitismus oder wurde er verdrängt? Wie spielt sich jüdisches Leben heute ab in Krakau, Prag oder Budapest? Sie sprechen mit den letzten Überlebenden, mit Rabbinern, Gemeindevertretern, jüdischen Intellektuellen, Museumsgründern, Friedhofswärtern, mit den Heimkindern in Odessa, den Bewohnern von Altersheimen, sie erzählen von den Respekt und Bewunderung einflößenden Lebenserfahrungen im Strom der Regimewechsel, der Tauwetter und Repressionen, bis hin zur Auflösung der Sowjetunion und ihren Folgen. Für die jüdischen Gemeinden wird heute viel davon abhängen, ob die Länder Osteuropas bereit sind, der jüdischen Geschichte den ihr zustehenden Platz in den nationalen Erinnerungskulturen einzuräumen. Danach sieht es allerdings nicht aus.

Veranstaltungspartner der Villa ten Hompel sind neben dem efm die Gegen Vergessen – Für Demokratie Regionalgruppe Münsterland e.V., die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. und das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte.

 

Mittwoch, 12. Dezember. Beginn um 19 Uhr in der Villa ten Hompel

Die  Professorin für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Hamburg Dr. Birthe Kundrus wird um 19 Uhr in Ihrem Vortrag anhand von Tagebüchern und Briefen die oft erörterte, aber immer noch drängende Frage diskutieren, wie die sog. Volksgemeinschaft mit ihrem Wissen um den Massenmord an den Juden umging: Ignoranz, Gleichgültigkeit, Passivität? Wenn sie es wollten, konnten die Deutschen etwas über den Holocaust erfahren. Anhand von Tagebüchern und Briefen soll der Vortrag die oft erörterte, aber immer noch drängende Frage diskutieren, wie die sog. Volksgemeinschaft mit ihrem Wissen um den Massenmord an den Juden umging.

Prof. Dr. Birthe Kundrus befasst sich multiperspektivisch mit der Geschichte und Nachgeschichte des Nationalsozialismus. Weitere Forschungsschwerpunkte sind die Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Kolonialgeschichte, Geschlechtergeschichte, Theorie und Geschichte der Gewalt sowie Erinnerungskulturen.

Veranstaltungspartner der Villa ten Hompel sind neben dem efm die Gegen Vergessen – Für Demokratie Regionalgruppe Münsterland e.V., die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. und das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte.

 

1. Halbjahr 2018

01.Februar.2018

Der Redakteur und Autor der Süddeutschen Zeitung Dr. Ronen Steinke (München) liest und erzählt um 19.00 Uhr in der Villa ten Hompel (Kaiser-Wilhelm-Ring 28) die atemberaubende Geschichte der Rettung eines jüdischen Mädchens in Berlin durch den muslimischen Arzt Dr. Helmy: „Der Muslim und die Jüdin“. Dabei zeichnet er zugleich ein präzise recherchiertes Bild des arabischen Berlin der Weimarer Zeit, das gebildet, fortschrittlich und in weiten Teilen alles andere als judenfeindlich war. Darüber hinaus wirft er ein helles Licht auf die Komplexität muslimisch-jüdischer Beziehungen in
der Gegenwart.

Veranstaltungspartner sind neben der Villa ten Hompel und dem efm auch die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V..

 

21. Februar.2018

Dr. Joachim Käppner (München), Historiker und Redakteur der Süddeutschen Zeitung, liest um 19.00 Uhr in der Villa ten Hompel aus seinem Buch: „1918 – Aufstand für die Freiheit“, das den Arbeiter- und Soldatenaufstand von 1918 als vertane Chance zur Demokratie beschreibt. Auch wenn die Revolutionäre das Kaiserreich beendeten,
gelang es der Revolutionsregierung nicht, die bisherige demokratiefeindliche Machtelite gänzlich zu entmachten – mit fatalen Folgen für die junge Demokratie.

Veranstaltungspartner sind neben der Villa ten Hompel und dem efm auch die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. und das Bündnis Gegen Vergessen für Demokratie e.V..

 

10. April.2018

Dr. Norbert Reck referiert um 19.00 Uhr in der Münsteraner Synagoge (Klosterstraße 8-9) unter dem Titel „Von Abba bis Zorn Gottes“ über christliche Vorurteile im Blick auf das Judentum.

Veranstalter sind neben dem Evangelischen Forum Münster die Jüdische Gemeinde Münster und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V..

 

02. Mai.2018

Dr. Mark Fraschka (Stuttgart) referiert um 19.00 Uhr in der Villa ten Hompel über Franz Pfeffer von Salomon, „Hitlers vergessenen obersten SA-Führer und seine westfälischen Wurzeln“, der in Münster studierte und das „Westfälische Freikorps von Pfeffer“ führte.

Veranstaltungspartner sind neben der Villa ten Hompel und dem efm auch die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V..

 

16. Mai. 2018

Von 16 – 17.30 Uhr findet im LWL-Museum für Kunst und Kultur eine Führung durch die Ausstellung “Wege zum  Frieden” statt. Anmeldung unter efm@gmx.info. Für weitere Informationen hier klicken.

 

17. Mai.2018

Die Journalistin Dr. Yvonne Schymura (Bochum) referiert um 19.00 Uhr in der Villa ten Hompel  über das Leben von Käthe Kollwitz als Künstlerin und Pazifistin.

Veranstaltungspartner sind neben der Villa ten Hompel und dem efm auch die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V.

 

23. Mai.2018

Dr. Joachim Rott, Ministerialrat a.D. referiert um 19.00 Uhr in der Villa ten Hompel über Bernhard Weiß (1889-1951), den Berliner Polizeivizepräsidenten von 1928-1932. Dieser war ein promovierter Jurist, Weltkriegsteilnehmer und engagierter deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens, der zunächst in Prag, später in London im Exil lebte.

Veranstaltungspartner sind neben der Villa ten Hompel und dem efm auch die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. und das Bündnis Gegen Vergessen für Demokratie e.V..

 

14. Juni.2018

Von 16 – 17.30 Uhr findet im LWL-Museum für Kunst und Kultur eine Führung durch die Ausstellung “Wege zum  Frieden” statt. Anmeldung unter efm@gmx.info. Für weitere Informationen hier klicken.

 

20. Juni.2018

Der Journalist Dr. Hauke Friedrichs (Hamburg) referiert um 19.00 Uhr in der Villa ten Hompel unter dem Titel „Die Totengräber“ über die letzten Wochen der Weimarer Demokratie 1932/33 anhand von Tagebüchern, Briefen und Akten.
Veranstaltungspartner sind neben der Villa ten Hompel und dem efm auch die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V..

 

20. Juni.2018

Von 16 – 17.30 Uhr findet im LWL-Museum für Kunst und Kultur eine Führung durch die Ausstellung “Wege zum  Frieden” statt. Anmeldung unter efm@gmx.info. Für weitere Informationen hier klicken.